Ravensburger Sinti vom Ummenwinkel
Opfergruppe Sinti und Roma
Seit ca. 1850 wurde Ravensburg für zahlreiche Sintifamilien zum Ausgangspunkt ihrer gewerblichen Tätigkeit. Unter ihnen waren die Familien Reinhardt und Guttenberger, die als Holzschnitzer, Musiker, Schirmhersteller und Handelsleute arbeiteten, besonders stark vertreten.
1937 wurden die 117 Ravensburger Sinti von den nationalsozialistischen Machthabern vor Ort ihrer – u.a. am Weißenauer Schuttplatz, in der städtischen Kiesgrube und im Ummenwinkel stationierten – Wägen und damit ihrer Mobilität beraubt und im Barackenlager Ummenwinkel zusammengepfercht. In dem eingezäunten Lager wurden sie kontrolliert, schikaniert und zu Zwangsarbeiten gezwungen.
Am 13. März 1943 deportierten die Nationalsozialisten 35 Ravensburger Sinti – Frauen, Männer und Kinder – in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. 29 von ihnen fielen – wie 500.000 Roma und Sinti insgesamt im europäischen Machtbereich des NS-Regimes – dem durch den NS-Rassenwahn verursachten Genozid an Roma und Sinti zum Opfer. Sechs von ihnen überlebten die Qualen des Vernichtungslagers. Trotz dieser traumatischen Erfahrungen haben sich die Ravensburger Sinti nach 1945 im Ummenwinkel eine neue Lebensgrundlage aufgebaut.
1999 wurde an der Kirche St. Jodok in Ravensburg eine Stele als Mahnmal zur Erinnerung an die in Auschwitz ermordeten Ravensburger Sinti errichtet.
Künstlerin: Marlis Glaser
*1952 in Baltringen (Oberschwaben)
Hochschule für Gestaltung Bremen, Malerei bei Prof. Rolf Thiele;
Akademie der Künste Hamburg; seit 1984 freischaffend als Künstlerin; Ausstellungen in Deutschland, Frankreich, Holland, Dänemark, Schweden, Israel, USA und der Schweiz
Technik Portrait: Öl auf Leinwand, 2016
Leihgabe der Stadt Ravensburg, Kulturamt