Hermann Maas

Christlicher Widerstand

* 1877
✝ 1970

Hermann Maas wurde in Gengenbach in Baden geboren. Ab 1915 war er evangelischer Pfarrer in Heidelberg und setzte sich zeitlebens für die friedliche Verständigung von Völkern und Religionen ein. Er gilt als Pionier des jüdisch-christlichen Dialogs, war Zionist und Freund von Martin Buber.

Bereits 1932 bekannte sich Maas offen als Gegner des Antisemitismus. Von 1933 bis 1939 nutzte er seine vielen internationalen Kontakte dazu, als Mitglied und Leiter kirchlicher Hilfsstellen vielen Juden – wie auf einer „Untergrundbahn“ – die Auswanderung zu ermöglichen.

Trotz Berufsverbots predigte er gegen die Judenverfolgung. 1943 wurde Maas zwangsenthoben und 1944 sogar zur Zwangsarbeit nach Frankreich verschleppt. Nach Kriegsende setzt er in der Badischen Landeskirche seine internationale Arbeit fort und war 1949 der erste nichtjüdische Deutsche, der offiziell vom Staat Israel eingeladen wurde. In einem Rückblick schrieb er 1952: „Ich vergesse nie…die seelische und körperliche Not der durch die Nürnberger Gesetze Gejagten, dieses Tag und Nacht Geängstigt- und Bedrohtsein der vielen, das ich miterlebt habe, als wäre es mein eigen Geschick.“

 

Künstler: Felix Emmelmann

*geb. 1998

Abiturient, Elisabeth-von-Thadden-Schule, Heidelberg

Portrait Technik: Öl auf Holz, 2016