Franz Klauser
Opfergruppe Homosexuelle
Franz Klauser stammte aus Seebach im nördlichen Schwarzwald. Ab 1937 arbeitete er als Krankenhausdiener am Überlinger Krankenhaus. Seine Homosexualität brachte den sehr religiösen katholischen Klauser in schwere moralische Konflikte. Am 8. Januar 1942 wurde er verhaftet und wegen „widernatürlicher Unzucht“ mit einem Polen am 21. März 1942 vom Landgericht Konstanz zu zwei Jahren und 3 Monaten Gefängnis verurteilt.
Dieses Urteil war eines von ca. 53 000 Urteilen, die auf der Basis des von den Nationalsozialisten verschärften Paragraphen 175 gefällt wurden. Nach Verbüßung seiner Haft im Gefängnis in Mannheim wurde er aber nicht in die Freiheit entlassen, sondern am 31. Mai 1944 in das KZ Natzweiler im Elsass überstellt.
Insgesamt wurden ca. 10 000 – 15 000 homosexuelle Männer in KZs eingeliefert, wo sie – mit dem „rosa Winkel“ gekennzeichnet – auf der untersten Ebene der KZ-Lagerhierarchie vegetierten.
Von Natzweiler kam Klauser über das KZ Dachau in das KZ-Außenlager Ladelund in Nordfriesland. Dort starb er am 6. November 1944 im Alter von 37 Jahren.
Damit teilte er das Schicksal der Hälfte der reichsweit wegen Homosexualität inhaftierten KZ-Häftlinge.
Künstlerin: Sigrun C. Schleheck
*1948 in Heilbronn
Studium an der Freien Kunstschule Nürtingen,
Freischaffende Malerin seit 1979, lebt in Überlingen Nesselwangen,
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg
Portrait Technik: Öl auf Leinwand, 2016