Franz Jägerstätter
Christlicher Widerstand
Der Großvater weckt früh das Interesse des jungen Franz an religiöser Literatur. Die Ehe mit Franziska Schwaninger , mit der er ab 1936 einen Bauernhof in St. Radegund in Oberösterreich (Diözese Linz) bewirtschaftet und drei Töchter hat, vertieft seine religiöse Bindung. Für die Eheleute ist die Bibel das Lebensbuch des Alltags. In der Beurteilung der NS-Bewegung folgt Jägerstetter der schon 1933 vom Linzer Bischof Gföllner in einem Hirtenbrief geäußerten Ansicht, es sei unmöglich, „gleichzeitig guter Katholik und wirklicher Nationalsozialist zu sein“.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 stimmt Jägerstätter bei der anschließenden Volksabstimmung als Einziger im Ort gegen Hitler. Angesichts der Unterdrückung der Kirche und des Euthanasieprogramms entschließt er sich 1941, nach Ende seiner zweiten kurzen Einberufung, zur Wehrdienstverweigerung. Sein religiöses Gewissen verbietet ihm, für die Weltherrschaft des gottlosen NS-Regimes zu kämpfen und zu töten. Vergeblich versucht seine Umgebung, ihn mit Verweis auf seine Verantwortung als Familienvater umzustimmen. Nach seiner erneuten Einberufung im März 1943 wird Jägerstätter inhaftiert, im Juli in Berlin wegen „Wehrkraftzersetzung“ verurteilt und am 9. August 1943 im Zuchthaus Brandenburg – Görden hingerichtet. Nach Kriegsende ist Jägerstetter anfangs umstritten. Sein Handeln inspiriert später die Friedensbewegung Pax Christi in den USA und stärkt den Whistleblower Daniel Ellsberg (Pentagonpapiere) im Engagement gegen den Vietnamkrieg. 2007 wird Franz Jägerstätter als „Vorbild in der Treue zum Gewissensanspruch“ selig gesprochen.
Künstler: Peter Huemer
*1952 in Linz
Studium „freie Grafik“ bei Alfons Ortner an der Kunstuniversität Linz – Abschluss 1972 mit Diplom. Seite 1974 Mitglieder der Künstlervereinigung Maerz. Verschiedene Preise und Auszeichnungen, u.A. den Portraitpreis des Landes Oberösterreich 1979.
Technik: Kopigrafie, Digitaldruck auf Decolit, Leinwand
Leihgabe der Diözese Linz