Carl Friedrich Goerdeler

Politischer Widerstand

* 1884
✝ 1945

Auf Grund seiner Befürwortung der Revisionspolitik Hitlers und der Ablehnung des demokratischen Parteienstaats fiel es dem 1930 zum Oberbürgermeister von Leipzig gewählten Juristen Goerdeler trotz seiner Ablehnung der Schutzhaft-Praxis („gesetzloses Treiben“) und der Ausgrenzung der Juden – Goerdeler selbst besuchte beispielsweise während des Boykotts jüdische Geschäfte – schwer, sich vom NS-System zu lösen.
Erst als er – in der Funktion des Reichskommissars für Preisüberwachung – seine Einflusslosigkeit auf die Wirtschafts- und Aufrüstungspolitik Hitlers erkannte, in der er eine Gefahr für Finanzen und Frieden sah, trat er – anlässlich des Abrisses des Denkmals für den jüdischen Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig ( „ Kulturschandtat“ ) – im November 1936 demonstrativ als Oberbürgermeister zurück.
Als auch seine Hoffnung, Hitler durch äußeren und inneren Druck von seinem Kriegskurs abbringen zu können, 1938 immer mehr schwand, wurde Goerdeler zum Mittelpunkt ziviler Widerstandskreise, die Hitler stürzen  und den Krieg beenden wollten. Nach dem Umsturz als Reichskanzler vorgesehen, erarbeitete er detaillierte Pläne, die wegen ihrer Rückwärtsgewandtheit in Widerstandskreisen umstritten waren. Auf Grund seiner maßgeblichen Beteiligung an den Planungen des 20. Juli  wurde Carl Friedrich Goerdeler am 12. August 1944 verhaftet, am 8. September 1944 vom Volksgerichtshof  zum Tode verurteilt und am 2. Februar 1945 in Berlin-Plötzensee erhängt.

 

Künstlerin: Almut-Sophia Zielonka

*1966 in Ohrdruf (Thüringen);

1981 Ausbildung; 1985 – 1987 Bühnenbildassistentin am Bautzener Theater; 1987 – 1993 Betreuerin des Rehabilitationszentrum Bautzen; Malereistudium,

bis 1989 in Berlin Weißensee und Dresden bei Hubertus Giebe, Gerhard Kettner und Ralf Kerbach; 1993 Diplom – freischaffend in Dresden, Bautzen und Leipzig

Portrait Technik: Öl auf Leinwand, 2016