Wilhelm Leuschner

Arbeiterwiderstand

* 1890
✝ 1944

Wilhelm Leuschner wurde in Bayreuth geboren und machte als Holzbildhauer schnell eine Gewerkschaftskarriere in Darmstadt. Er wurde SPD-Abgeordneter im Hessischen Landtag und bekämpfte als hessischer Innenminister (1928 – 1933) die NSDAP, indem er geheime NSDAP-Dokumente veröffentlichte, die den Terrorcharakter der Partei belegten und ihren Legalitätskurs entlarvten. Im Januar 1933 in den Bundesvorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes gewählt, weigerte sich Leuschner nach Auflösung der Gewerkschaften, für die internationale Anerkennung der nationalsozialistischen DAF (Deutsche Arbeitsfront) einzutreten. Nach über einjähriger Haft machte er im Juni 1934 eine kleine Fabrikationsstätte zur Zentrale der illegalen Reichsleitung der deutschen Gewerkschaften. Auf Geschäftsreisen knüpfte Leuschner Kontakte zum Kreisauer Kreis und ab 1939 auch zur Widerstandsgruppe um Carl Friedrich Goerdeler. Als Gewerkschaftsvertreter vertrat er in diesen Kreisen demokratische Gedanken. Im Schattenkabinett Goerdelers sollte Leuschner Vizekanzler werden. Nach dem Scheitern des Putsches vom 20. Juli 1944 wurde er am 16. August verhaftet, am 8. September 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 29. September in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Ihm zu Ehren führte das Bundesland Hessen 1964 die Wilhelm-Leuschner-Medaille als seine höchste Auszeichnung ein.

 

Künstler: Clemens Hövelborn

*1980 in Backnang

Studium 2007-2011 an der freien Kunstschule Stuttgart

2011 Diplom bei Olga und Andre Dugin und Rolf Killian

Technik Portrait: Öl auf Leinwand, 2016