Michael Lerpscher
Christlicher Widerstand
Michael Lerpscher wuchs – stark beeinflusst von der katholischen Kirche – auf einem Bauernhof in Wilhams (Landkreis Sonthofen) auf. Früh zeigte er Interesse an religiösen Fragen. Als junger Mann entschied er sich Anfang der 30er Jahre, konsequent den Aussagen der Bibel zu folgen, die zur Feindesliebe verpflichten und den Kriegsdienst verbieten. Im vollen Bewusstsein der Folgen seines Handelns und gestärkt durch seinen Mitbruder in der Christkönigsgesellschaft, Josef Ruf, erschien Lerpscher nicht zu seiner Einberufung zum Militärdienst im Frühjahr 1940 und lehnte den Kriegsdienst bis auf den Sanitätsdienst ab.
Nach seiner Verhaftung wurde er im August 1940 wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und im Zuchthaus Brandenburg-Görden im September 1940 mit dem Fallbeil hingerichtet.
Auf einer Gedenktafel für Michael Lerpscher und Josef Ruf in Graz-Andritz heißt es: „Habt keine Angst vor denen, die den Leib töten, das Leben aber nicht töten können.“ (Mt 10,28)
Lerpschers Todesurteil vom August 1940 wurde am 22. Oktober 2010 offiziell als nationalsozialistisches Unrechtsurteil aufgehoben.
Künstler: Nikolaus Mohr
*1954 in Lindau/B.
1976 – 81 Studium Bildende Künste (Staatl. Akademie Stuttgart) bei Prof. Moritz Baumgartl, Prof. Christoff Schellenberger, Prof. Rudolf Schoofs; Kunstgeschichte (Universität Stuttgart) bei Prof. Sumowski; Atelier in Ostrach, künstlerisch tätig seit 1974; Mitglied im Künstlerbund BW und Neue Gruppe München
Portrait Technik: Öl auf Leinwand, Glas mit Siebdruck, 2016
Leihgabe Diözese Augsburg