Otto Hirsch

Jüdisches Widerstehen

* 1885
✝ 1941

Otto Hirsch stammte aus einer jüdischen Familie in Stuttgart. Als 1930 gewählter Präsident des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Württemberg protestiert er nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten unerschütterlich für Recht und Gerechtigkeit. Zusammen mit dem Präsidenten Leo Baeck vertritt er als geschäftsführender Vorsitzender zuerst der Reichsvertretung der Deutschen Juden, ab 1939 der – der Gestapo unterstellten –  Reichsvereinigung der Juden deren Belange gegenüber dem NS-Regime. In dieser Position versucht er zunächst, die Lebensbedingungen der Juden zu erhalten, später, ihnen durch Beschaffung von Papieren in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Stellen zur Auswanderung zu verhelfen. Insgesamt konnten so mit seiner Hilfe zehntausende Juden gerettet werden. Nach Protesten gegen die Reichspogromnacht wird er für zwei Wochen im KZ Sachsenhausen interniert. Trotz geschädigter Gesundheit nimmt Hirsch Möglichkeiten zur Emigration nicht wahr. Er protestiert gegen die ersten Deportationen von Juden und versucht später, durch Eingaben an die Dienststelle Eichmanns den Vollzug von Deportationen zu verzögern, damit die Gemeinden gewarnt werden können.

Am 16. Februar 1941 wird Otto Hirsch verhaftet. Knapp einen Monat nach seiner Einlieferung in das Konzentrationslager Mauthausen kommt er dort am 19. Juni 1941 um.

 

Künstlerin: Marlis Glaser

*1952 in Baltringen (Oberschwaben)

Hochschule für Gestaltung Bremen, Malerei bei Prof. Rolf Thiele;

Akademie der Künste Hamburg; seit 1984 freischaffend als Künstlerin; Ausstellungen in Deutschland, Frankreich, Holland, Dänemark, Schweden, Israel, USA und der Schweiz

Technik Portrait: Öl auf Leinwand, 2017