Josef Ruf
Christlicher Widerstand
Josef Ruf wurde 1905 in Hochberg bei Bad Saulgau geboren und wuchs in einer kirchlich geprägten Umgebung auf. Nach einer Schneiderlehre trat er 1925 dem Franziskanerorden, dann 1933 der Christkönigsgesellschaft bei. Wie deren Gründer Max Josef Metzger und der ihm persönlich bekannte Michael Lerpscher lehnte er den Kriegsdienst aus christlicher Überzeugung ab. Gegen das Votum der Bischöfe, ein Katholik müsse seine staatsbürgerlichen Pflichten erfüllen, und den Widerstand seiner Familie – sein Bruder war überzeugter Nationalsozialist – blieb Ruf bei seiner Haltung und verweigerte nach seiner Einberufung im Jahr 1940 den Fahneneid auf Hitler.
Nach Inhaftierung in Graz und Berlin wurde er im September 1940 vom Reichskriegsgericht wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ zum Tode verurteilt und einen Monat später im Zuchthaus Brandenburg-Görden mit dem Fallbeil hingerichtet.
In einem letzten Brief bat er seine Familie um Verzeihung, bekannte sich aber zu seiner Überzeugung: „Wäre ich auch nur im geringsten im Zweifel über meinen Weg, … so hätte ich mich der Allgemeinheit angepasst“. Im Jahre 2005 hob die Staatsanwaltschaft Berlin das Urteil gegen Josef Ruf auf.
Künstler: Nikolaus Mohr
*1954 in Lindau/B.
1976 – 81 Studium Bildende Künste (Staatl. Akademie Stuttgart) bei Prof. Moritz Baumgartl, Prof. Christoff Schellenberger, Prof. Rudolf Schoofs; Kunstgeschichte (Universität Stuttgart) bei Prof. Sumowski; Atelier in Ostrach, künstlerisch tätig seit 1974; Mitglied im Künstlerbund BW und Neue Gruppe München
Portrait Technik: Öl auf Leinwand, Glas mit Siebdruck, 2016
Leihgabe Diözese Augsburg