Fridolin Endraß

Arbeiterwiderstand

* 1893
✝ 1940

Fridolin Endraß wurde in Eriskirch am Bodensee geboren. Im Reichsbahn-Ausbesserungswerk in Friedrichshafen stieg er rasch zum Vorarbeiter auf. Er engagierte sich stark in der Eisenbahnergewerkschaft und wurde 1931 ihr Bevollmächtigter in Friedrichshafen. Nach der Auflösung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten gehörte er ab 1937 der im Untergrund agierenden sogenannten Molt-Gruppe um den früheren Stuttgarter Bezirksleiter Karl Molt an, der aus dem Schweizer Exil den süddeutschen gewerkschaftlichen Eisenbahnerwiderstand anführte. Für diese Gruppe versuchte Endraß Eisenbahngewerkschaftler zu mobilisieren, um durch die Verteilung von Druckschriften vor allem aus der Schweiz die Arbeiter von der Arbeiterfeindlichkeit des Nationalsozialismus zu überzeugen und durch das Sammeln und die Weitergabe von Informationen Hitlers Kriegspläne offenzulegen. So schmuggelte die Gruppe z.B. in Fahrradschläuchen versteckte Papiere über die Schweizer Grenze.

 

Zusammen mit vielen anderen Mitgliedern der Molt-Gruppe wurde Endraß von einem Spitzel denunziert und am 21. Juli 1938 verhaftet. Die Nationalsozialisten verurteilten ihn am 25. November 1939 wegen „Landesverrats“ zum Tode. Am 23. Februar 1940 wurde er in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Fridolin Endraß hinterließ Frau und eine Tochter.

 

Künstler: Dominik Zehle

*1973 in Köln

1992 High-School-Abschluss in Wisconsin, USA; 1992-1995 Jugendkunstschule Meersburg; 1994/1995 Intensivkurse an der Europäischen Akademie für Bildende Kunst Trier. Ab 1998 Studium Freie Malerei an der Staatl. Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart.

Portrait Technik: Schwarze Leinwand Weiße Konturen, 2016

Leihgabe Kunstsammlung Bodenseekreis