Felix Nussbaum

Jüdisches Widerstehen

* 1904
✝ 1945

Felix Nussbaum wuchs in einer liberal-jüdischen Osnabrücker Kaufmannsfamilie auf.

Als jüdischer Maler verlor er 1932 durch Brand – nach Aussage von zwei Gewährsleuten durch SA-Studenten gelegt – einen Großteil seiner Werke. Nach der NS-Machtübernahme führte er – zusammen mit der jüdisch-polnischen Malerin Felka Platek – ein Leben als „touristischer Emigrant“ in Italien, Frankreich und England, bis sich das Malerpaar 1937 in Brüssel nieder­ließ und heiratete. In dem 1928/29 geschaffenen, 1939 von ihm überarbeiteten Bild „Trostlose Straße“ zeigt sich Nussbaum als vorausahnender Seher des jüdischen Schick­sals infolge der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Nach der Besetzung Belgiens durch deutsche Truppen lebte Nussbaum im Untergrund.

In seiner aussichtslosen Situation war die Malerei für ihn eine Widerstandshandlung, die ihm seine menschliche Würde und das Recht auf Selbstbestimmung erhielt. Im Juni 1944 wurde das Ehepaar Nussbaum denunziert, mit dem letzten Deportationszug vom Sammellager Mechelen in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.

Wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation hat Felix Nussbaum in seinen Bildern als Seher und Opfer die Judenverfolgung und den Holocaust der Nationalsozialisten in Europa künstlerisch verarbeitet.

 

Künstler: Hartmut R. Berlinicke

*1942 in Berlin

Dipl. Religionspädagoge; Magister für Kulturwissenschaft; 1986 – 2005 Lehr­beauftragter für Medienpädagogik; an der Evangelischen Fachhochschule Hannover; Lehraufträge an der Universität Osnabrück

Portrait Technik: Farbaquatintaradierung, 2016