Bischof Johannes Baptista Sproll
Christlicher Widerstand
Bischof Sproll wurde – aus einfachen Verhältnissen stammend und in Schweinhausen bei Biberach aufgewachsen – 1909 Pfarrer, 1915 Weihbischof und 1927 zum Bischof der Diözese Rottenburg gewählt. Er erkannte schon bald die Unvereinbarkeit der NS-Ideologie mit dem Christentum und bezog in Predigten deutlich Stellung gegen das NS-Regime– gemäß seinem Wahlspruch „Fortiter in fide“ – „Tapfer im Glauben“. Seine Enthaltung bei der Volksabstimmung 1938 über den Anschluss Österreichs nutzten die Nationalsozialisten, um Demonstrationen gegen ihn zu inszenieren und ihn im Juli 1938 der Diözese zu verweisen. Im Bistum Augsburg äußerte sich Sproll im September 1939 positiv über die jüdische Religion und kritisierte die Reichpogromnacht. Noch während der „Euthanasie“-Morde im Rahmen der T-4- Aktion ließ er im August 1940 den Erzbischof Conrad Gröber aus Freiburg in Berlin gegen die Krankenmorde des „Euthanasie“programms offiziell protestieren.
1945 kehrte er in seine Diözese Rottenburg zurück, die er bis zu seinem Tode im Jahr 1949 leitete. Im Mai 2011 wurde ein Seligsprechungsverfahren für Johannes Baptista Sproll offiziell eröffnet.
Künstler: Hubert Kaltenmark
*1961 in Tübingen-Hirschau
1986 Meisterklasse für Steinbildhauer bei E. Rager und E. Vollmer Aschaffenburg; 1990 Studienaufenthalt in Island; 1991 und 1993 Förderung durch Valentien-Stiftung, Kressbronn; 2014 Kulturpreis des Bodenseekreises
Technik Portrait: Pigmentdrucktransfer auf Chinapapier, Holz, Acryl, 2016
Leihgabe der Diözese Rottenburg-Stuttgart