Paul Richter

Christlicher Widerstand

* 1894
✝ 1942

Paul Richter wuchs in Dresden in einem christlich geprägten Elternhaus auf. Als evangelischer Pfarrer war er ab Ostern 1928 in der Gemeinde Wilsdruff ( bei Dresden ) tätig. Aus christlicher Überzeugung lehnte er von Anfang an die nationalsozialistische Ideologie mit ihrem Rassenwahn und dem Führerprinzip ab. Als Mitglied des Pfarrernotbundes und der Bekennenden Kirche stellte sich Richter – unterstützt von seiner Frau – offen gegen nationalsozialistische Anweisungen an die Kirche und die Pfarrer. Weder durch Predigtverbot noch durch eine zeitweilige Suspendierung noch durch Gehaltsreduzierung ließ sich Richter einschüchtern.

Im November 1941 wurde er von der Witwe eines Soldaten, der an der Front Selbstmord begangen hatte, nach einem Trauergespräch wegen „Wehrkraftzersetzung“ bei der Gestapo denunziert, in Leipzig inhaftiert und im März 1942 ins KZ Dachau gebracht. Dort war Richter im Pfarrerblock untergebracht. Die harte körperliche Arbeit und die unmenschlichen Lebensbedingungen führten bald zu seiner völligen Erschöpfung und zu seinem Tod im August 1942.

Ein Gedenkgottesdienst in seiner Heimatgemeinde wurde von den Nationalsozialisten verboten. Heute gilt Paul Richter in der evangelischen Kirche als Märtyrer.

 

Künstler: Herbert Franz

*1953 in Wernigerode

1983 – 1988: Ausbildung und Tätigkeit in verschiedenen Berufen (u.a. Bibliotheksmitarbeiter), Studium Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei V. Stelzmann und A. Rink. Seit 1988 Freiberuflich in Leipzig und Borsdorf tätig.

Portrait Technik: Acryl und Öl auf Leinwand, 2017