Lilo Herrmann

Arbeiterwiderstand

* 1909
✝ 1938

Lilo Herrmann entwickelt frühzeitig ein großes Interesse an der Natur und ein ausgeprägtes Zeichentalent. Zeitzeugen beschreiben sie als Idealistin, die prinzipiell gegen Ungerechtigkeit vorging.

Während ihres Biologiestudiums in Berlin (ab November 1931) tritt sie der KPD bei. 1933 wird sie wegen eines Aufrufs gegen den NS-Terror gegenüber jüdischen Studenten und Professoren mit weiteren 110 Studierenden vom Studium an der Humboldt-Universität ausgeschlossen. Im Mai 1934 bekommt sie einen Sohn.

Als Stenotypistin im Ingenieurbüro ihres Vaters in Stuttgart nutzt sie ab Januar 1935 ihre Stellung dazu, um im Auftrag des KPD-Bezirksleiters Württemberg, Stefan Lovasz, Schreibarbeiten zu erledigen und Berichte über geheime Aufrüstungsprojekte des NS-Regimes – z.B. über die Flugzeugproduktion bei Dornier in Friedrichshafen – in die Schweiz zu übermitteln. Entsprechende Informationen bekam Lovasz über den in Friedrichshafen geborenen Josef Steidle vom Dornier-Schlosser Artur Göritz.

Von Juni 1935 bis Mai 1936 werden Lovasz, Steidle, Herrmann und Göritz verhaftet. Bei der Verhaftung von Lilo Herrmann findet man den Plan einer unterirdischen Munitionsfabrik in der Nähe von Celle. Im Prozess vor dem Volksgerichthof in Stuttgart wird Lilo Herrmann wie Lovasz, Steidle und Göritz am 12. Juni 1937 wegen „Landesverrats“ zum Tode verurteilt und am 20. Juni 1938 zusammen mit ihnen – trotz zahlreicher Bittschreiben – als junge Mutter und erste Frau des Widerstands in Berlin-Plötzensee mit dem Fallbeil hingerichtet.

 

Künstlerin: Kathrin Landa

2002-2009: Studium in Leipzig bei Sighard Gille und Meisterschüler-Studium bei Annette Schröter

2015: Initiatorin des MalerinnenNetzWerks Berlin-Leipzig

2018: Lehrauftrag bei der Pädagogischen Hochschule Weingarten

Lebt und arbeitet in Berlin.

Technik Portrait: Öl/Acryl auf Leinwand, 2018