Maria Grollmuß
Christlicher Widerstand
Maria Grollmuß wurde in Leipzig geboren und war eine linkskatholische sorbische Publizistin, die z.B. Beiträge für die von Romano Guardini initiierte Zeitschrift „Die Schildgenossen“ der katholischen Jugendbewegung „Quickborn“ verfasste.
Gleich nach der NS-Machtübernahme 1933 half die sorbische Sozialistin von Radibor aus mit einem Kreis von Freunden – in Zusammenarbeit mit Sozialisten im Exil in Prag – gefährdeten Genossen bei der Flucht in die Tschechoslowakei und schmuggelte bei Kurierfahrten illegale Schriften nach Deutschland. Außerdem unterstützte dieser Kreis Familien von politischen Gefangenen. Nach ihrer Verhaftung im November 1934 – zusammen mit ihrem Genossen Hermann Reinmuth – wurde sie vom Volksgerichtshof zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. In dieser Zeit wandte sich Grollmuß der katholischen Spiritualität mit ihrer Marienmystik zu.
Als ihr die Nationalsozialisten nach der Haft Freiheit und Therapie ihrer Krebserkrankung gegen Spitzeltätigkeit in der sorbischen Widerstandsbewegung anboten, lehnte sie ab und kam im Dezember 1940 in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Dort starb sie am 6. August 1944 an einer zu spät und schlecht durchgeführten Tumoroperation.
Künstler: Hans Kutschke
*1945 in Leitmeritz (Böhmen)
Ausbildung zum Gütekontrolleur, 1967 Hochschule für Bildende Künste Dresden; 1968 Studienverbot aus politischen Gründen; 1971-74 Abendstudium und 1974-75 Restauratorenstudium an der HfBK Dresden; seit 1975 freischaffend tätig.
Portrait Technik: Öl auf Leinwand, 2016