Eugen Bolz

Politischer Widerstand

* 1881
✝ 1945
Eugen Bolz wuchs in einer katholischen Familie in Rottenburg auf. Für die Zentrumpartei war er in der Weimarer Republik Mitglied des Reichstags und des Landtags, Justizminister und Innenminister sowie ab 1928 Staatspräsident in Württemberg. Bolz schätzte Hitler 1932 falsch ein und kommentierte dessen Machtantritt Anfang 1933 als „ politische Notwendig­keit“. Im Februar 1933 verhinderte er aber eine NSDAP-Kundgebung in Stuttgart und machte sich dadurch Hitler zum Todfeind.

Als Staatspräsident abgesetzt – warnte er auf einem christlichen Parteitag in Salzburg vor der NSDAP. Danach wurde er bei gegen ihn inszenierten Ausschreitungen im Juni 1933 für 23 Tage in „Schutzhaft“ genommen. Seine inzwischen entschlossene Ablehnung des NS-Systems zeigt sein Satz „Der Sklavenstaat muss weg, koste es, was es wolle!“

Seine mutige Bereitschaft, in den Planungen Goerdelers nach einem Umsturz das Amt des Kultusministers zu übernehmen, führte nach dem Scheitern des 20. Juli zur Verhaftung im Au­gust 1944.

Am 21. Dezember 1944 wurde der prinzipientreue und tief religiöse Eugen Bolz vom Volksge­richtshof zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee enthauptet.

 

Künstler: Rudolf Kurz

*1952 in Ellwangen/Jagst

1980-1984 Studium Bildhauerei, Staatl. Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. K.H. Seemann, Prof. H. Baumann und Prof. H. Schubert; zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. 2015 Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Portrait Technik: Mischtechnik auf Leinwand, 2016

 

Das Portrait ist eine Leihgabe der Diözese Rottenburg-Stuttgart