Simon Dubnow
Geistiger Widerstand
Simon Dubnow wurde als Sohn eines jüdischen Holzhändlers in Weißrussland geboren. Nachdem er die Hoffnung auf die Erneuerung des jüdischen Lebens nach der bolschewistischen Oktoberrevolution aufgegeben hatte, zog er mit 62 Jahren nach Berlin und erlebte dort das fruchtbarste Jahrzehnt seines Lebens. Von 1925 bis 1929 erschien sein Hauptwerk, die zehnbändige „Weltgeschichte des jüdischen Volkes“. In Berlin bildete Dubnow – zusammen mit Jakow Tejtel, dem Vorsitzenden des Vereins russischer Juden – das Zentrum der russisch-jüdischen Diaspora und pflegte Kontakte zu Juden aus aller Welt. Mit Albert Einstein besprach er das Projekt einer jüdischen Universität in Europa.
Nach dem Verbot seiner Bücher durch die Nationalsozialisten floh er im August 1933 nach Riga. Dort wurde Dubnow nach der Einnahme der Stadt durch die Wehrmacht am 1. Juli 1941 im Rahmen der Massentötungen am 8. Dezember 1941 umgebracht – vom Kommandanten persönlich, einem seiner ehemaligen Studenten.
Der Grundgedanke des russisch-jüdischen Theoretikers Simon Dubnow war ein Plädoyer für das jüdische „Selbstbewusstsein einer Nation“. Damit meinte er einen geistigen Nationalismus der Juden in Verbindung mit der Erfüllung ihrer bürgerlichen Pflichten in ihren jeweiligen Diaspora-Staaten.
Künstlerin: Berit Mücke
* geboren in Potsdam
ab 2005 Studium der Malerei, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Wolfram Ebersbach und Neo Rauch; 2010/2011 Studium an der Accademia di Belle Arti bei Gianfranco Notargiacomo in Rom; 2012 Diplom an der HGB Leipzig; sie arbeitet in der Leipziger Baumwollspinnerei
Portrait Technik: Eitempera und Öl auf Leinwand, 2017