Pfarrer Paul Schneider
Christlicher Widerstand
„Der Prediger von Buchenwald“, ermordet am 18. Juli 1939 im KZ Buchenwald.
Geboren 1897 in Pferdsfeld bei Bad Sobernheim, studiert Paul Schneider nach seiner Teilnahme am 1. Weltkrieg Theologie und schließt freiwillig Arbeit am Hochofen und in sozialen Brennpunkten in Berlin an. Ab 1926 ist er Pfarrer in Hochelheim bei Wetzlar. Frühjahr 1933 von der positiven Aufbruchstimmung mitgerissen, distanziert er sich aber ab Spätsommer 1933 klar vom nationalsozialistischen Denken und Geist. Konflikte mit Staatsvertretern und seiner NS-freundlichen Rheinischen Kirchenleitung führen 1934 zu seiner Strafversetzung in den Hunsrück nach Dickenschied.
Pfarrer Schneider wird Mitglied der „Bekennenden Kirche“ und kämpft um die Verkündigung des reinen Evangeliums. Bis Herbst 1937 erfolgen vier Gestapo-Haftzeiten; Ende November 1937 wird er in das KZ Buchenwald bei Weimar überführt. Er arbeitet wie alle Häftlinge hart, hilft anderen, ermutigt sie und teilt sein weniges Essen. Am 20. April 1938 verweigert er eine Hitler-Ehrung mit der Folge, Einzelarrest bis zum Tod. Trotz Folter predigt und ermutigt er durchs Zellenfenster die Mithäftlinge, setzt sich für Juden ein und klagt die SS massiv an. Am 18. Juli 1939 wird er durch eine Überdosis des Herzmittels Strophanthin zum Schweigen gebracht.
Papst Johannes Paul II. würdigt am 07. Mai 2000 in Rom den evangelischen Pfarrer Paul Schneider namentlich als besonderen Glaubenszeugen im Nationalsozialismus. Ebenfalls bekräftigte Papst Franziskus in Rom in einem Märtyrer Gottesdienst am 22. April 2017 die Bedeutung von Paul Schneider. (Pfarrer-Paul-Schneider-Gesellschaft e.V., Sitz Weimar)
Künstlerin: Léonie Wedel
*1962 in Essen
Ausbildung zur Damenschneiderin; 1983-1988 Studium an der
Universität Mozarteum in Salzburg, Fachbereich Bühnenbild und Kostümentwurf bei Heinz Bruno Gallée; künstlerisch (haupt)beruflich tätig in Weimar seit 2015; spezialisiert auf Portraitmalerei
Portrait Paul Schneider: Öl auf Leinwand, 2016
(Leihgabe der Pfarrer-Paul-Schneider-Gesellschaft e.V., Sitz Weimar)