Karl-Hermann Reinmuth

Christlicher Widerstand

* 1902
✝ 1942

Karl-Hermann Reinmuth stammte aus einem evangelischen Pfarrhaus in der sächsischen Lausitz. Schon als Jurastudent und junger Regierungsassessor setzte er sich für die Verbesserung der Lage der Arbeiter ein. Die Freundschaft mit der Linkskatholikin Maria Grollmuß bestärkte ihn in der Grundhaltung des religiösen Sozialismus und der klarsichtigen Ablehnung des Nationalsozialismus von Anfang an.

Zusammen mit ihr und Freunden unterstützte er ab 1933 die Familien inhaftierter Gegner des NS-Regimes, hielt den Kontakt zu deutschen Sozialisten in Prag, schmuggelte Flugblätter von dort ins Reich und sorgte für deren Verbreitung. Nach dem Tod Hindenburgs im August 1934 verweigerte Reinmuth den ihm als Regierungsassessor in Lüneburg abverlangten Beamteneid auf Adolf Hitler. Nach einer weiteren Reise nach Prag wurde er im November 1934 verhaftet und wegen „Vorbereitung zum Hochverrat unter erschwerenden Umständen“ 1935 vom Volksgerichtshof zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Als er sich am Ende seiner Haftzeit weigerte, jeglichen Aktionen gegen das Regime abzuschwören, deportieren ihn die Nationalsozialisten in das KZ Sachsenhausen. Dort starb Karl-Hermann Reinmuth – erschöpft von den Qualen der achtjährigen Haft – im April 1942.

 

Künstler: Hans Kutschke

*1945 in Leitmeritz (Böhmen)

Ausbildung zum Gütekontrolleur, 1967 Hochschule für Bildende Künste Dresden; 1968 Studienverbot aus politischen Gründen; 1971-74 Abendstudium und 1974-75 Restauratorenstudium an der HfBK Dresden; seit 1975 freischaffend tätig.

Portrait Technik: Öl auf Leinwand/Uv-Direktdruck, 2016