Romano Guardini
Geistiger Widerstand
Romano Guardini wuchs als Kind italienischer Eltern in Mainz auf. Als Priester engagierte er sich in der katholischen Jugendorganisation Quickborn, dessen geistlicher Mentor er bald wurde. Ab 1923 lehrte Guardini katholische Weltanschauung in Berlin. Durch seine Jugendarbeit im Quickborn geriet er ab 1933 in das Visier der nationalsozialistischen Machthaber. Seine geistlichen Schriften galten schon damals als theologische
Widerlegung der nationalsozialistischen Weltanschauung. Guardini gelang es, einen nachdenklichen Teil der studierenden Jugend gegen den NS-Staat zu immunisieren. So betonte er z.B. in Briefen an Jugendliche die Notwendigkeit der Selbstbildung und den Ausgleich von Autorität und Freiheit in einem „schöpferischen Gehorsam“ des Gewissens.
1939 wurde sein Berliner Lehrstuhl aufgehoben und der Quickborn verboten. Von 1943 bis 1945 zog er sich in das ruhige oberschwäbische Mooshausen zurück, wo sein Freund Josef Weiger Pfarrer war und sich ein Freundeskreis von Kritikern des Nationalsozialismus gebildet hatte.
Nach dem Krieg lehrte Guardini wieder christliche Weltanschauung und Religionsphilosophie – zuerst in Tübingen, später in München. Romano Guardini gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter der katholischen Weltanschauung des 20. Jahrhunderts.
Künstlerin: Sigrun C. Schleheck
*1948 in Heilbronn
Studium an der Freien Kunstschule Nürtingen,
Freischaffende Malerin seit 1979, lebt in Überlingen Nesselwangen,
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg
Portrait Technik: Öl auf Leinwand, 2016