Paul Grüninger
Rettungswiderstand
Paul Grüninger rettete als Polizeikommandant in St. Gallen in den Jahren 1938 und 1939 einige hundert, vielleicht mehrere tausend jüdische und andere Flüchtlinge vor nationalsozialistischer Verfolgung und Vernichtung. Er ermöglichte ihnen – in einem Akt zivilen Ungehorsams gegen staatliche Gesetze verstoßend – durch Fälschung von Dokumenten den Grenzübergang von dem von den Nazis beherrschten Vorarlberg in die sichere Schweiz. Grüninger wurde noch 1939 vom Dienst suspendiert und 1940 wegen Amtspflichtverletzung und Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe verurteilt. Seine Pensionsansprüche wurden ihm aberkannt. Als „Verbrecher“ verfemt und später vergessen bekam Grüninger nie wieder eine feste Anstellung und starb enttäuscht und verarmt im Jahre 1972. Damals war er bereits in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet worden. In seinem Lebenslauf schrieb er: „Es ging darum, Menschen zu retten, die vom Tod bedroht waren. Wie hätte ich mich unter diesen Umständen um bürokratische Erwägungen und Berechnungen kümmern können?“ In der Schweiz wurde der Flüchtlingsretter Paul Grüninger erst 1993 politisch und 1995 juristisch rehabilitiert.
Künstlerin: Rebecca Marent
*1984 in Schruns/Österreich, wohnhaft in Bremen.
Freikünstlerisches Studium im Rahmen einer Kunsttherapie-ausbildung bei Prof. Robert van de Laar;
seit 2004 freikünstlerisches Arbeiten in Bremen
Portrait Technik: Acryl auf Leinwand, 2016