Leo Baeck
Jüdisches Widerstehen
Leo Baeck wuchs in einer Rabbinerfamilie in der preußischen Provinz Posen auf. Als Dozent an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin wurde er in der Weimarer Republik zum bekanntesten Vertreter des deutschen liberalen Judentums.
In der Funktion als Präsident der „Reichsvertretung der Deutschen Juden“, einer Dachorganisation jüdischer Organisationen, musste Baeck ab Herbst 1933 immer wieder mit dem NS-Regime verhandeln. Die Aufgaben seiner Organisation bestanden u.a. in der humanitären Unterstützung der verelendeten jüdischen Bevölkerung, der Schulbildung für jüdische Kinder und der Hilfe bei der Auswanderung.
Trotz mehrfacher Gelegenheit zur Auswanderung blieb Baeck, um den deutschen Juden beizustehen. 1943 wurde er in das KZ Theresienstadt deportiert, wo er seine jüdischen Mithäftlinge durch Vorträge tröstete und aufmunterte. Dass Auschwitz ein Vernichtungslager war, verschwieg er ihnen aus Fürsorge.
Schwer misshandelt überlebte er den Holocaust und wirkte von London aus bis 1955
als Präsident der Weltunion für progressives Judentum. Ab 1948 bemühte sich Leo Baeck in Deutschland um Versöhnung zwischen Juden und Christen.
1956 starb die Führungsfigur der deutschen Juden in der schweren NS-Zeit.
Künstlerin: Marlis Glaser
*1952 in Baltringen (Oberschwaben)
Hochschule für Gestaltung Bremen, Malerei bei Prof. Rolf Thiele;
Akademie der Künste Hamburg; seit 1984 freischaffend als Künstlerin; Ausstellungen in Deutschland, Frankreich, Holland, Dänemark, Schweden, Israel, USA und der Schweiz
Technik Portrait: Öl auf Leinwand, 2016