Studentisches Wohnen im „Adolf-Reichwein-Haus“ LB
Das Studentenwerk Weiße Rose ehrt Reformpädagogen und Naziopfer Adolf Reichwein
Ab 23. Juli 2010 trägt ein bisher namenloses Studentenwohnheim in Ludwigsburg den Namen „Adolf -Reichwein-Haus“. Seine Besucher begrüßt es mit folgender Inschrift:
„Ein herzliches Willkommen allen Bewohnern und Gästen dieses Hauses . Das Adolf-Reichwein-Haus im Verbund des Studentenwerks Weiße Rose e.V. will studentischer Jugend aus aller Welt Räume zum Wohnen, Leben und Lernen in Frieden und Gemeinschaft und zum Einüben von Zivilcourage bereitstellen“.
Und der Namengeber wird auf diesem Tafeltext vorgestellt:
„ADOLF REICHWEIN, geb. 1898 in Bad-Ems – ermordet 1944 in Berlin-Plötzensee. Er reformierte Pädagogik für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Als Kriegsfreiwilliger vom Ersten Weltkrieg desillusioniert, wurde er entschiedener Kriegsgegner. Gegen menschenverachtende Tendenzen in der Gesellschaft setzte er die Überwindung sozialer Gegensätze und die Verständigung zwischen den Nationen. Als Sozialdemokrat und Mitglied des Kreisauer Kreises stand er im politischen Widerstand. Nach einem Schauprozess vor Hitlers Volksgerichtshof wurde er 1944 erhängt“.
Adolf Reichweins Dissertation hatte zum Thema „China und Europa im 18. Jahrhundert“. Der Tradition des ältesten großen Kulturvolkes, das noch heute diesen Globus bewohnt, der geistigen Tradition Chinas, war Reichwein innerlich zutiefst verbunden. Die zahlreichen chinesischen Studierenden, die seit Jahren in dem Haus wohnen, das nun seinen Namen trägt, werden sich jetzt noch stärker mit ihm identifizieren können. Ihnen gilt unser Willkommensgruß in besonders herzlicher Weise.




